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Mit Fremden ins Gespräch kommen, Angst überwinden und Vorurteile abbauen

Gastbeitrag von Annette Simminger

Fliegender Stern dürfte eines der ersten Bücher gewesen sein, das ich ganz alleine lesen konnte, dann oft gelesen habe und das in meiner Erinnerung immer noch sehr präsent ist. Schließlich hat es damals auch zwei recht unrealistische Wünsche in mir geweckt, nämlich: lieber ein Junge und ein Indianer zu sein. Diese Geschichte von dem kleinen Indianer, der so gerne zu den großen Jungen gehören will und endlich – endlich – auch gehört, hat mich als Jüngste der Familie sehr angesprochen.

Als Zeichen, dass er zu den Großen zählt, schenkt der Vater Fliegendem Stern ein eigenes Pferd, das er reiten lernt und um das er sich kümmern muss. Er überwindet seine Angst und kann auch bald schwimmen. Die Sorgen der Erwachsenen bekümmern ihn nun. Die Büffelherden fehlen, von was soll sich der Stamm im Winter ernähren? Ist das die Schuld des „Weißen Mannes“? Fliegender Stern und sein Freund Grasvogel machen sich auf den Weg zur Siedlung der Weißen, um sie zu fragen, wo die Büffel geblieben sind.

Die Pädagogin Ursula Wölfel hat eine Reihe guter Kinderbücher geschrieben. Im vergangenen Juli ist sie gestorben. Sie hat uns in Fliegender Stern unter anderem hinterlassen, dass es sich lohnt, auch mit Fremden und Angehörigen anderer Kulturen ins Gespräch zu kommen, Angst zu überwinden und Vorurteile abzubauen – ein weiterhin aktueller Aspekt.

Ursula Wölfel, Fliegender Stern

Ursula Wölfel, Fliegender Stern
103 Seiten, Carlsen, 5,99 €
Ab 8 Jahren
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