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Mit Fremden ins Gespräch kommen, Angst überwinden und Vorurteile abbauen

Gastbeitrag von Annette Simminger

Fliegender Stern dürfte eines der ersten Bücher gewesen sein, das ich ganz alleine lesen konnte, dann oft gelesen habe und das in meiner Erinnerung immer noch sehr präsent ist. Schließlich hat es damals auch zwei recht unrealistische Wünsche in mir geweckt, nämlich: lieber ein Junge und ein Indianer zu sein. Diese Geschichte von dem kleinen Indianer, der so gerne zu den großen Jungen gehören will und endlich – endlich – auch gehört, hat mich als Jüngste der Familie sehr angesprochen.

Als Zeichen, dass er zu den Großen zählt, schenkt der Vater Fliegendem Stern ein eigenes Pferd, das er reiten lernt und um das er sich kümmern muss. Er überwindet seine Angst und kann auch bald schwimmen. Die Sorgen der Erwachsenen bekümmern ihn nun. Die Büffelherden fehlen, von was soll sich der Stamm im Winter ernähren? Ist das die Schuld des „Weißen Mannes“? Fliegender Stern und sein Freund Grasvogel machen sich auf den Weg zur Siedlung der Weißen, um sie zu fragen, wo die Büffel geblieben sind.

Die Pädagogin Ursula Wölfel hat eine Reihe guter Kinderbücher geschrieben. Im vergangenen Juli ist sie gestorben. Sie hat uns in Fliegender Stern unter anderem hinterlassen, dass es sich lohnt, auch mit Fremden und Angehörigen anderer Kulturen ins Gespräch zu kommen, Angst zu überwinden und Vorurteile abzubauen – ein weiterhin aktueller Aspekt.

Ursula Wölfel, Fliegender Stern

Ursula Wölfel, Fliegender Stern
103 Seiten, Carlsen, 5,99 €
Ab 8 Jahren
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Die vergessenen Rosinen

E.O. Plauen, Vater und Sohn. Zwei, die sich lieb haben

E.O. Plauen, Vater und Sohn. Zwei, die sich lieb haben

Viele Kinder sind in den letzten Tagen in die Schule gekommen. Sie haben gefeiert und die Schultüten geleert. Lesen können die meisten noch nicht, aber Bildergeschichten ansehen schon. Deshalb sind die Vater und Sohn Geschichten goldrichtig für die kleinen Bald-Leser.

Wer diesen Klassiker noch nicht kennt, der wird die zauberhaften kurzen Geschichten richtig genießen, die anderen können in Erinnerungen schwelgen.

Liebenswert komisch sind die kleinen Bilder-Witze, deren Pointen immer überraschen und nicht nur die Kinder kichern lassen, wenn zum Beispiel die Rosinen nachträglich doch noch den Weg in den Kuchen finden oder der Meisterschuss die Zielscheibe doch noch erreicht. Auch der Friseurbesuch hat es in sich.

Liebenswert ist es, dieses Buch der kleinen Pannen, fröhlich und kauzig und für die ganze Familie geeignet.

Erich Ohser alias e.o.plauen, Vater und Sohn. Zwei, die sich lieb haben
Die 33 schönsten Geschichten
80 Seiten, gebunden, Südverlag, 18,00 €
Ab 5 Jahren
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Herbst im Mühlenweiher

Otfried Preußler, Regine Stigloher, Daniel Napp, Der kleine Wassermann, Herbst im Mühlenweiher

Otfried Preußler, Regine Stigloher, Daniel Napp, Der kleine Wassermann, Herbst im Mühlenweiher

„Das Jahr wird älter und älter, die Tage werden kürzer.“

Die Kinder lassen ihre Drachen steigen, der Herbst ist da. Auch der kleine Wassermann möchte gerne mal wegfahren in den Herbstferien. Eigentlich darf er nicht weg, weil es vor dem Winterschlaf noch viel zu tun gibt im Mühlenweiher. Auch seine Freunde sind  beschäftigt damit, Vorräte für den Winter zu sammeln.  Dann fährt der kleine Wassermann eben allein in die Welt hinaus. Im Sommer hat er sich  ein Floß gebaut. Mit diesem fährt er los, in wilder Fahrt den Fluss hinunter. Das sind Ferien, so ganz nach seinem Geschmack. Doch bei einer heftigen Sturmböe zerschellt das Floß an einem Brückenpfeiler, der kleine Wassermann kann sich in letzter Minute ins Wasser retten. Zum Glück ist nur der Fuß verletzt, aber alleine kommt er nicht mehr nach Hause. Doch er hat Mutter und Vater und Freunde, die sich auf die Suche nach ihm machen…

Diese wunderschöne, spannende Abenteuergeschichte hat Otfried Preußler gemeinsam mit seiner Tochter geschrieben. Die passende Stimmung hat Daniel Napp mit herbstlichen Farbtönen hinein gezaubert und gewirbelt.

Otfried Preußler, Regine Stigloher, Daniel Napp,
Der kleine Wassermann. Herbst im Mühlenweiher
32 Seiten, gebunden, Thienemann 12,99 €
Ab 4 Jahren
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Rennschwein Rudi Rüssel

Uwe Timm Rennschwein Rudi Rüssel

Uwe Timm, Rennschwein Rudi Rüssel

Auf einer Kirmes in der Lüneburger Heide gewinnt Zuppi, sechs Jahre alt, den Hauptpreis bei einer Tombola. Es ist ein Ferkel. Die Familie – Vater, Mutter und drei Kinder – sind unterschiedlich begeistert, aber es bleibt keine Wahl, das Schwein muss mit nach Hamburg.

In der Großstadtwohnung wird es bald zu eng, das Kartonhaus im Minigarten ist zu klein und die Badewanne kommt immer öfter zum Einsatz. Nach der Kündigung der Wohnung wird Rudi kurzfristig auf einem Bauernhof untergebracht, bis der Vater, ein arbeitsloser Ägyptologe, endlich einen Job als Platzwart bei einem Fußballverein findet. „Das nenne ich Schwein“, sagt er, denn Rudi darf mit in das Haus einziehen. Es wird eine irre Zeit für Rudi, er wird bereits nach dem ersten Spiel zum Maskottchen des Vereins und ist vom Spielfeld nicht mehr weg zu denken, bis der Schiedsrichter ihm die rote Karte zeigt. Dabei schlummern noch ganz andere Talente in diesem Schwein, es kann rennen wie die Sau und gewinnt ein Rennen nach dem anderen.

Bezaubernd , wie die Kinder an dem intelligenten Rudi festhalten und alles tun, damit es dem Schwein gut geht. Witzig, was Rudi sonst noch alles drauf hat. Das hat mich so manche Lachträne gekostet.

25 Jahre alt und immer noch taufrisch ist diese hinreißende Familiengeschichte mit Haustier. Sie wurde von Axel Scheffler, dem Erfinder des Grüffelo, locker und saukomisch illustriert.

Uwe Timm,
Rennschwein Rudi Rüssel
Illustrationen von Axel Scheffler
144 Seiten, gebunden, Hanser 9.90 €
Ab 10 Jahren
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